Burkhard Friedrich
   

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Komposition

Saxophon

Musikpädagogik

Komposition
(Pressestimmen aus dem Jahr 2011)

CD -Città Utopica - Label Ahornfelder AH22
Klicken Sie hier für die komplette Kritikensammlung als PDF

26.6.2011/’Bad Alchemy’
Bei Città Utopica (AH22) geht es nicht, zumindest nicht vordergründig, um Kritik an den Sudan- oder Irangeschäften des österreichischen Mineralöl-, Erdgas- und Chemiemultis OVM. Der Berliner Komponist BURKHARD FRIEDRICH ließ sich lediglich durch die Lichter der Raffinerie in Schwechat zu einer urbanen Sonic Fiction anregen, die er mit dem Videokünstler Kurt Hörbst realisierte. Friedrich, Jahrgang 1962, hat sich einen Namen gemacht vor allem mit multimedialen Arbeiten wie Lancelots Spiegel (2003), Imitation of life (2005) und Galaxy Hotel (2009), denen Motive von Bret Easton Ellis & David Lynch bzw. Haruki Murakami zugrunde liegen. Imitation of life entstand in Zusammenarbeit mit Felix Kubin, ebenso das Raumklang-Projekt Echohaus (2010). Friedrich realisiert seine Arbeiten meist mit dem von ihm und der Geigerin Barbara Lüneburg gegründeten Ensemble Intégrales, und auch hier - wir hören einen Mitschnitt der Uraufführung 2010 im Rahmen von WIEN MODERN - ist mit dem Kontrabassisten John Eckhardt ein Ensemblemitglied am Werk zusammen mit Adrian Pereyra an der E-Gitarre und Jürgen Hall, ja, dem auch als Gunter Adler und mit Augsburger Tafelconfect bekannten Jürgen Hall, als dem Sounddesigner vom Dienst. Der elektronische Eindruck dominiert bei diesem elektroakustischen Soundscape. Als ein tag- & nächtliches industriales Rauschen und Brodeln, in dem flatternde Saiten mitschwingen. Spitze Signale irrlichtern aleatorisch, repetitiv, kaskadierend, Wind faucht um die Stahl- und Betontürme. Der Lichterrausch signalisiert: Wir tun was, wir pumpen Wärme und Licht durch die Lebensadern der modernen Welt. Friedrich vergleicht die Industrielandschaft mit einem Vergnügungspark für die Sinne. Jesses, und demnächst freuen wir uns, wenn's die Atemluft günstig bei ALDI gibt?"

[BA 70 rbd]


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Komposition
(Pressestimmen aus den Jahren vor 2011)

CD- the musicbox-project completed:
Klicken Sie hier für ein JPG der Kritik aus "Neue Zeitschrift für Musik” (09/10/2010)

Derselbe Mensch zu drei Zeitpunkten: Das Musiktheater "Galaxy Hotel" beim Ultraschall
Peter Uehling, Berliner Zeitung, Januar 2010
Klicken Sie hier für die vollständige Kritik als PDF.

"eclat.Festival für neue musik Stuttgart"
Richtig unter die Haut gingen nur drei Stücke. Davon war eines Ch3-P-O-Ch(CH3)2/station. Eine Musiktheaterszene nach Untergrundkrieg von Haruki Murakami (Musik: Burkhard Friedrich)schickt den Betrachter in eine klaustrophobische Klang-Bild-Welt. Ein Mann und eine Frau erzählen parallel ihre Erlebnisse im labyrinthischen Kosmos der U-Bahn.'
Anette Eckerle, Neue Zeitschrift für Musik 2/05

(...) Das Gemeinschaftsprojekt des Komponisten Burkhard Friedrich mit dem experimentellen Pop-Musiker Felix Kubin ist nichts für schwache Nerven, denn die Textvorlage des unterkühlt kurzweiligen Musiktheaters entstammt dem Roman "Glamorama" des amerikanischen Schockautors Bret Easton Ellis. Schon die ersten durchdringenden Töne balancieren in gefährlicher Höhe. Stechend wie eine Injektionsspritze und ebenso betäubend befördert uns die Musik in die elitäre Partywelt deiner mondenänen Großstadtschickeria.(...)"
Hamburger Morgenpost 11.5.05 "Imitation of Life"

Der in Hamburg lebende , 1962 geborene Komponist Burkhard Friedrich folgt mit "Lancelots Spiegel" dem Schema des analytischen Dramas,...dass das reflektierende und nacherlebende Ich in einen Sänger (...) aufgespalten
wird, bedeutet einen Zuwachs an Intensität. ... Es ist ein ruhiges, packendes Werk, das durch die ungewöhnliche, gelungene Bühnengestaltung von Katrin Gerheuser adäquat in Szene gesetzt wurde.
"Das Opernglas" 1/04

Die Uraufführung von Burkhard Friedrichs "Lancelots Spiegel" im TIP war Höhepunkt des heurigen Johann-Joseph-Fuxwettbewerbs des Landes. Der 40-jährige Komponist erschuf eine mysteriöse Welt des Erinnerns und der Selbst-Suche, von den KUG-Kräften vorbildlich in Bühnenrealität umgesetzt.
"Lancelots Spiegel" zeigte eindrucksvoll die Sinnhaftigkeit des Wettbewerbs und das enorme Potenzial des Ensembles, das auch ein sehr schwieriges Stück mustergültig zur Weltpremiere bringen kann. Auffallend gelungen Katrin Gerheusers Bühnenbild, eine Ödnis mit angedeutetem See, in der sich Ritter Lancelot verzweifelnd auf die Suche nach seiner Identität begibt. Die Darsteller haben Sprechrollen, der Gesang ist einem beim Orchester platzierten Quartett überlassen. Christian Pöppelreiter gelang eine atmosphärische, vieldeutige Inszenierung, die die seltsam mysteriöse und doch strukturierte Tonsprache Friedrichs gut ergänzte. Wolfgang Schmid und das "KlangImPuls"-Orchester leisteten ganze Arbeit.
Martin Gasser, Kronenzeitung, Graz, 21.11.2003

...Friedrich sucht nämlich den Hinhörer. Ihn interssieren vor allem zwei Dinge: das einzelne, oftmals vereinzelte Klangereignis, Ton und Geräusch in ihrem Schwingungsverhalten und Farbenspektrum. Jeglichem Dekor abhold, lässt er weg, bis die nackte Essenz übrig bleibt. Friedrich ist kein Epiker, er liebt das Epigramm. Die "HerbstTänze" sind sechs schmucklose Vignetten, bis
zur bloßen Geste niedergeblühte Poesien. Beim "Farbenspiel" für Violine solo, von Barbara Lüneburg hinreißend entfacht, folgt er der Analyse des
Klangspektrums einer Geige, deren farbige Zitterkurven er auf dem Monitor komponierend in Klang rückübersetzt. (...)
Nach alter Meister Art entstehen Friedrichs Stücke gleichsam Hand in Hand mit seinen Interpreten, was Hirngespinste ausschließt.
Lutz Lesle, Neue Zeitschrift für Musik, Mai/Juni 2003

"Der Hamburger Komponist Burkhard Friedrich, 1962 geboren, ist offenkundig weit eher von Lancelots Heillosigkeit als von seiner Heldenhaftigkeit fasziniert. Schon 1998 schrieb er eine Kammeroper "Lancelot und Ginover", die er nun als "Lancelots Spiegel" radikalisiert hat, für die er nun den Grazer Johann-Josef-Fux-Opernpreis erhielt."
"Der eher kaleidoskopischen Form von "Lancelots Spiegel" entspricht eine transparente, facettenreiche Musik,..., gleichwohl von Szene zu Szene in Duktus wie Instrumentation variiert. Friedrich umgibt die Figuren mit einem Gespinst grell-fragiler Klänge und als Saxophonist weiß er, wie man Bläserstimmen individuell führt und zugleich zu wechselnd kompakten Klangmischungen bündelt, wobei Vierteltöne auch für schräge Irritationen sorgen."
"Das Stück gefällt sich nicht in neoromantischer Heile-Welt-Beschwörung, die Stacheligkeit bleibt."
Gerhard Koch, FAZ, 28.11.03

Einen dreidimensionalen Raum schafft Burkhard Friedrich, der sich von Daniel Libeskinds Skizzen zum Erweiterungsbau des jüdischen Museums Berlin inspirieren ließ.
Extrem kleine Klangpartikel, blitzschnell aufeinander gespielt, springen auf und spiegeln sich wie ein futuristischer, gläserner Stadtteil. Das Ensemble SurPlus (...) betreibt dieses Spiel perfekt, die dazukommende CD klingt genauso gleich und das Verwirrspiel gelingt: Was ist live, was ist Konserve? Die Wahrnehmung des Hörers wird in neue Sphären geleitet und irgendwann stellt man verblüfft fest, dass der Dirigent nurmehr die CD dirigiert.
Voralberger Nachrichten, Bludenz, 22.11.03

"Burkhard Friedrich, nicht nur Komponist, sondern auch Saxophonist, präsentierte sein Solowerk 'TANZ': Es ist ein mitreißendes Stück und man hört ihm gerne zu"
Friedrichshafener Kurier, 19.7.1992

"Er steht jenseits des seriellen Strukturfetischismus, der 1962 in Berlin geborene Komponist Burkhard Friedrich. Sein anti-strukturelles, ja gewissermaßen sogar zeitloses kompositorisches Denken erinnert in der Tat an eine Verweigerungästhetik, die vor jeden musikalischen Zusammenhang die Skepsis setzt. Jedoch, wer beim Portraitkonzert genau hinhörte, dem wurde klar, daß der junge Berliner viel direkter ‘musikalisch’ und ‘musikantisch’denkt, als es die Verweigerungsästheten vermögen. Der Komponist betont ausdrücklich, und nichts anderes wird in seinem Schaffen deutlich, daß er dem expressiven Gehalt des Materials vertraue. Dieses Vertrauen verleiht seinen Kompositionen bestechende Eigendynamik, klangliche Homogenität und ingeniöse Zeitlosigkeit."
Heidelberger Nachrichten 2.3.1993

Burkhard Friedrichs Trio 'glimmer' (1995) paßte mit seinen brüchigen, matt schattierten Farbflächen hervorragend dazu..."
Heidelberger Nachrichten, 27.1.1992

"Was die ‘Neuen Vokalsolisten’ da zur Aufführung brachten, hatte die Aura eines wiedergefundenen Kunstwerkes, das sich allein durch die Zeit verändert hat. Der Erzählfluss ist aufgebrochen, der Text fragmentarisiert auf die Stimmen verteilt. Die Textteile entwickeln je eigene Bewegungsmuster: auch Klangräume haben keinen festen Ort mehr."
Stuttgarter Nachrichten 23.11.1999

"Bescheiden 'TANZ' nennt Komponist und Altsaxophonist Burkhard Friedrich sein Solostück. Er formte ein außergewöhnliches Werk, daß wegen seiner hundertundeins technischen Finessen, inklusive Zirkularatem und mehrstimmigem Spiel so schnell leider keinen weiteren Interpreten finden wird".
Schwäbisches Tageblatt, 1.3.2001

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Saxophon

"Virtuos endete das Konzert mit dem Werk 'Hout' von Louis Andriessen. Die Musiker interpretierten das Werk ausgezeichnet, bemerkenswert artikulierte der Saxophonist Burkhard Friedrich seinen Part."
Neue Vorarlberger Tageszeitung 9.8.01



"'Hout', von Louis Andriessen, meisterhaft gespielt, in unerbittlichem Puls vorangestrieben, mit höchster Konzentration und Kondition; Hochachtungsbeifall."
Schwäbische Zeitung, 25.6.2001"...entlockte Burkhard Friedrich dem Saxophon ganz erstaunliche Töne und führte Spieltechniken vor, die höchste Verwunderung und Bewunderung hervorriefen..." Reutlinger Tagesanzeiger, 27.2.2001"...'Tre Pezzi' von Giacinto Scelsi, in denen sich Burkhard Friedrich als versierter und besonnen artikulierender Solist erwies..."
Stuttgarter Zeitung, 6.8.1991

"Burkhard Friedrich, als Komponist und praktizierender Musiker gleichermaßen preisgekrönt, begann die Matinee mit einem Klassiker der Neuen Musik: Luciano Berios 'Sequenza IX b' für Altsaxophon: vielgestaltig auswachsend, wandlungsreich in Klang und Ausdruck, fantasiereich geschlungen, erweitern die Mehrfachklänge das Spektrum enorm. Der Saxophonist wusste die Schattierungen und Nuancen mit hoher Intensität zu füllen."
Die Rheinpfalz, 6.3.2001

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Musikpädagogik

Hamburger Abendblatt 7.8.09 Die Youngster des Abends überzeugten vor allem durch einen offenen, sinnlichen Zugang zu Klängen: Mit viel Fantasie erkundete Stefan Günther (13) in „Die Antike“ die Möglichkeiten im Innern des Klaviers. Und Bruno Torres-Suñen (17) bewies in „ausklingen“ einen feinen Sinn für harmonische Farben, sowie die Fähigkeit, idiomatisch für das Saxofon zu komponieren. Schwer an der last seines Kunstanspruchs trug dagegen das ambitionierte „Ich bin ein Limes gegen Nichts“ des Dichterkomponisten Johann Walther Seidensticker (19).

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„Jugend komponiert: Klingende Cartoons vom Lande der Pyramiden“ DIE WELT

7.8.09 Kürzlich präsentierte die Gruppe ensemble Intégrales um den komponierenden Saxophonisten Burkhard Friedrich und die Geigerin Barbara Lüneburg im Radio neue Töne... Unter dem Motto „Neues (aus) Deutschland“ nutzten sie nun die „Anbruch“-Schiene des Schleswig-Holstein-Musikfestivals, um die Hamburger das Staunen über die komponierenden Youngstars unter ihren Youngsters zu lehren. Zwar ist die hiesige Jugendmusikschule als Brutstätte hoffnungsvoller Interpreten weithin bekannt. Dass Burkhard Friedrich dort einen Hort junger Musikerfinder unterhält, einen Zubringer für die Kompositionsklassen der Hochschule – das freilich ahnten bisher nur wenige. Darum tut „das neue werk“ des NDR gut daran, seine Hörer in den Kammerspielen einige Früchte dieser musikpädagogischen Bodenkultur kosten zu lassen. Wie Ikarus schwingt sich Stefan Günther (*1996) tönend über Kontinente und Äonen. ...eine Sequenz geräuschmalender Minuten-Cartoons, hervorgebracht auf Violin- und Flügelsaiten nebst Klarinette. In der Beschränkung auf das bloße Ausklingen geblasener und (an)geschlagener Töne wie bei Bruno Torres-Suñen (*1992) oder die Vertonung eigener Text-Experimente, inspiriert von Schönbergs Melodramenzyklus „Pierrot Lunaire“, bei Johann Walther Seidensticker (*1990) zeigten sich Friedrichs Schüler auf dem Weg zum Parnass.